Eine Klientin kommt, weil sie vor jeder Präsentation im Job tagelang nicht schlafen kann. Sie weiß, dass sie gut vorbereitet ist. Sie hat sich alles schon hundertmal gesagt. Es nützt nichts: Sobald sie an den Termin denkt, wird es eng in der Brust, der Atem stockt.
Mit dem Gehirnmodell siehst du: Das sitzt nicht im Denken. Es ist eine Reaktion aus den inneren Schichten – deshalb hat alles Reden nichts verändert. Also beginnst du über den Körper: Die Enge darf da sein, du begleitest sie so lange, bis sie nachlässt und die Klientin wieder durchatmen kann.
Dann wird ein Bild deutlich: eine Szene aus der Schulzeit, vor der Klasse, ausgelacht. In einem zweiten Prozess ordnet sie diese Erfahrung – sie nimmt mit, was sie damals gelernt hat, und lässt die Angst dort, wo sie hingehört.
Beim nächsten Gedanken an die Präsentation sagt sie: „Ich bin nervös. Aber es ist eine normale Nervosität.“
Das ist der Unterschied: nicht gegen die Angst anreden, sondern in der Schicht arbeiten, in der sie entsteht.