Ein Klient sagt über sich: „Ich bin ungeduldig.“ Er spürt eine innere Unruhe, den Drang, dass etwas weitergeht – vor allem im Berufsalltag.
Statt an Geduld zu arbeiten, fragst du: „Woher weißt du, dass du ungeduldig bist?“ Es tauchen Bilder auf, konkrete Situationen. Er sortiert sie in zwei Stapel: die Ungeduld, noch nicht dort zu sein, wo er hinwill – und die Ungeduld mit der Ordnung. Für das schlimmste Bild in jedem Stapel findet er ein Lösungsbild. Danach fühlen sich die Stapel nicht mehr belastend an; klein gemacht wandern sie an den Rand, als Gegenbeispiele.
Beim Kongruenz-Check zeigt sich ein Einwand: „Ich bin geduldig“ spießt sich mit „Ich bin ein Macher“. Die passende neue Eigenschaft lautet stattdessen: „Ich bin selbstfürsorglich.“ Dafür sucht er Beispiele aus Kindheit, Jugend, Gegenwart und Zukunft und ordnet sie in seinem inneren Raster.
Am Ende fragst du nach dem Einstiegssatz. Ungeduldig? „Eigentlich ein Blödsinn.“ Und selbstfürsorglich? „Eigentlich normal.“
Das ist Arbeit auf Identitätsebene: nicht gegen eine Eigenschaft ankämpfen, sondern sie umschichten.